Frostschäden
Frostschäden im Garten durch den vergangenen kalten Winter
Lange hatten wir nicht solch einen kalten Winter.
Viele hatten sich schon auf mediterrane Winter eingestellt. Überall blieben Oliven, Palmen usw. in den Gärten, Lokalen und auf den Terrassen stehen. Selbst ein Wegräumen von Oleander und Co. war Vielen wegen der letzten, milden Winter zu lästig.
Das wird dieses Frühjahr zu mancher bösen Überraschung führen, eben wenn die Pflanzen buchstäblich „erfroren sind‟ und nicht mehr austreiben.
Schon jetzt zeigt sich deutlich, dass durch die strengen Winterfröste mit bis zu -22°C in im Januar unserer Region viele Pflanzen, insbesondere immergrüne, teilweise erhebliche Schäden erlitten haben.
Besonders gelitten haben Bambus, Kirschlorbeer, Schneeballsorten, Aucubasorten und die meisten immergrünen Pflanzen. Die Pflanzen mit besonders sonnigen Standort haben oft erheblich mehr gelitten, als Pflanzen mit schattigem Standort.
Man kann in den meisten Fällen von einem „Sonnenbrand‟ sprechen, den fast immer ist die der Wintersonne zugewandte Seite, die wesentlich mehr geschädigte.
Das hat damit zu tun, dass die Sonne die Blätter auch bei stärkstem Frost tagsüber erwärmt und zur Aktivität und Photosynthese auffordert.
Die Pflanze versucht Wasser aufzunehmen, dies ist aber durch den gefrorenen Boden nicht möglich, die Pflanze reagiert mit braunen, eigentlich vertrockneten Blättern.
Immergrüne Pflanzen die in Kübel stehen sind noch viel schlimmer betroffen!!
Hier kommt es oft nicht nur zu Schäden, sondern sehr oft zu Totalausfällen.
Oft kommen mehrere Komponenten zusammen.
Im Herbst 2008 kam es zu relativ wenig Niederschlägen. Viele, insbesondere immergrüne Pflanzen, die ja bis zum Frost auch ständig Wasser benötigen (Laubbäume brauchen nach dem Blattfall - September bis Oktober - kein Wasser mehr) sind ziemlich trocken in diesen Ausnahmewinter gegangen. So kam es zu solch gravierenden Schäden.
Jetzt sollte man die geschädigten Pflanzen gut wässern, um dieses Defizit zu beheben.
Der Griff zur Schere sollte jedoch noch unterbleiben, bis klar ist wie stark die Frostschäden sind. Vielen Pflanzen kann man jetzt noch gar nicht ansehen, wie schlimm dieser Schaden ist und ob Sie noch leben. Oft kommt nämlich neben Sonne, Kälte und Trockenheit insbesondere bei Kübelpflanzen noch ein Wurzelfrostschaden dazu.
Wenn der ganze Kübel bei solchen Minus-Temperaturen durch und durch gefroren ist, erfrieren oft die Außenwurzeln mit dem Ergebnis, dass die Pflanzen entweder „aus eigenem Saft‟ oder noch kurz und knapp austreiben und dann eingehen oder erst gar nicht mehr austreiben.
Sie können je nach Sorte kontrollieren, ob noch „Leben‟ in der Pflanze ist, indem Sie mit dem Fingernagel ein wenig Rinde abkratzen. Ist die Pflanze unter der Rinde noch hellgrün, ist im Holz kein Frostschaden. Ist es jedoch braun, so ist mit Schäden beim Austrieb zu rechnen.
Erst wenn die Pflanzen mit dem Austrieb beginnen, schneidet man die erfrorenen, toten Triebe mit der Schere heraus.
Wichtig ist für den Neuaufbau geschädigter Pflanzen eine ausreichende Düngung.
Absolut tote Pflanzen sollte man aus hygienischen Gründen komplett roden und entsorgen.
Wenn Sie sich unsicher sind oder Fragen haben, wir helfen Ihnen gerne weiter
Bringen Sie uns Zweige, Äste o.ä. der betroffenen Pflanzenteile mit. In schwierigen Fällen kommen wir auf Wunsch in Ihren Garten um Sie fachmännisch zu beraten.
Die Ausmaße dieser Schäden, die insbesondere im Rheinland so stark aufgetreten sind, kann man im Moment noch gar nicht absehen.
Ihr Meistergärtner
Toni Selders